Abenteuer Äthiopien! Mein Einsatz für das Gostar Projekt 2019

Nach 2 Wochen Äthiopien und 6 Monaten Vorbereitung mit Spenden-Sammeln für ein wunderbares humanitäres Hilfsprojekt in Jimma-Äthiopien, bin ich zurückgekeht aus einem Land, von dem ich gar nichts wusste und das mir so zahlreiche neue Eindrücke und Erlebnisse beschert hat.

Hier erfahrt ihr nun mehr über die Spendenaktion in Form einer ungewöhnlichne humanitären Bike-Tour durch Äthiopien mit 30 anderen Teilnehmern, die sich ebenfalls dafür entschieden hatten, dieses Projekt mit einem Investment von 20’000.-CHF zu unterstützen. Das war nämlich der Preis des Starttickets für die Tour, mit dem Spendenziel von 1’000’000.-CHF, die wir hoffentlich bis Ende 2019 noch zusammenbekommen. Damit kann das Zentrumsspital in Jimma und dadurch die Arbeit der Schweizer Chirurgen vor Ort, 2 Jahre weiterexistieren! Der Spendenstand momentan, im November 2019, ist bei knapp 800’000.-CHF und wir alle hoffen, das mit den heimgebrachten Eindrücken der Geschehnisse vor Ort und den tatsächlich gestrampelten Kilometern jedes Teilnehmers, diese magische Zahl bald erreicht sein wird.

Wie sieht es bei mir aus mit den Spenden? Ich bin sehr happy, dass ich tsatsächlich innerhalb von nur 2 Monaten ganze 25’000.-CHF zusammengebracht habe. Das hätte ich mir noch vor ein paar Monaten nicht erträumen lassen als ich hoffte, dass ich wenigstens ein paar Leute finden würde, die mitmachen beim Spenden. Aber ich hatte den Spendern auch versprochen, dass es was zurückgibt für jede Spende: ab 100.-CHF konnte man mein Fotobuch “Body in Motion” bekommen, ab 200.-CHF den extra für dieses Projekt hergestellten Charity-Kalender 2020, und noch vieles mehr gab es zurück, bis hin zu einer Kontorsionsshow . Hier geht es zum Flyer für alle, die darüber etwas mehr erfahren möchten: Flyer GOSTAR Nina Burri

Kalender: 

Review der Tour:

Ich hatte vorher nie wirklich viele Berührungspunkte mit dem Land, daher sicher auch eine relativ naive und einseitige Vorstellung von Äthiopien. Ich dachte z.B. alles sei vertrocknet und nicht viel Grün wäre zu sehen. Da lag ich schon mal falsch. Die Bike-Tour führte uns durch krass reichhaltige Landschaften, viele Bäume und grosse landwirtschaftliche Anbauflächen. Es gibt durchaus Regen…, also wurde ich in mehreren Aspekten aufgerüttelt. Was mir auffiel: egal wie wenig die Leute haben: sie strahlen immer einen gewissen Stolz, Schönheit und Würde aus, sie lassen sich nicht gehen, wie man es bei solch einer Armut vermuten könnte. Alles funktioniert mit einfachsten Mitteln, irgendwie, und als Gast des Landes macht man wohl automatisch das Beste daraus. Wer Schweizer Standards oder hohe Ansprüche an Funktionalität mitbringt, hat schon verloren. Die hygienischen Bedingungen sind furchtbar. Tiere und Menschen leben oft praktisch miteinander, so dass Krankheiten nur allzu leicht ausbrechen. Leider fehlt es an Bildung. Dadurch könnten die Menschen sich endlich weiterentwickeln, denn wenn eine Basis da ist, ein Verständnis der Lage, kann auch etwas getan werden um diese zu verbessern. Ein Besserwisser der einfach Geld ablädt und dann wieder wegfährt, hat dort nichts erreicht.

Das Zentrumsspital in Jimma

Im Spital gab es schreckliche Bilder, die Leute kommen dort halb verhungert mit ihren Verletzungen an und es gibt kaum Möglichkeiten alle aufzunehmen, oft warten sie tagelang. Die Stiftung “Schweizer Chirurgen in Äthiopien” tut täglich ihr Bestes um dort Verbesserungen zu erreichen und Neubauten zu schaffen, Geräte, Prothesen und viele weitere Hilsmittel zu bekommen, aber es scheint wie ein Fass ohne Boden. Angehörige übernehmen die Arbeit des Krankenpersonals, Essen und Verbandsmaterial muss gar von zuhause mitgebracht, bzw. gekauft werden…! Ich war geschockt ob dem Anblick dieses Elends und bin froh, dass wir mit dieser Bike-Tour etwas veränden können. Hier zählt nicht mehr, ob der neben dir ein CEO oder ein Spitzensportler oder eine Studentin ist: alle gingen gemeinsam durch dick und dünn, durch Müdigkeit, Stürze, Verzweiflung, weil es oft sehr anstrengend war und man irgendwann an den Anschlag kommt. Aber die Gruppe hat einander enorm unterstützt. und damit auch ein Zeichen gesetzt wie man gemeinsam etwas erreichen kann.

Da ich aus termingründen später dazugekommen bin, habe ich nicht gar so tief eintauchen können, jedoch ist mir die Veränderung jedes Einzelnen sehr aufgefallen. Zum Positiven. Die Spendenaktion hat ja für viele von uns mit der körperlichen Vorbereitung schon vor Monaten augefangen, und es war für mich in jeder Hinsicht ein Sprung ins kalte Wasser: weder habe ich jemals soviel Geld in 2 Monaten gesammelt (derzeit rund 25’000.-) noch mich so sehr für etwas engagiert was ausserhalb meines Berufs und meiner Comfortzone liegt. Ich bewundere die Arbeit der Ärzte und bereue keineswegs all den Aufwand. Wir alle haben nun gesehen wie es dort abläuft und können noch überzeugender Leute aktivieren weiterhin zu spenden.

Es gab unzählige Stories auf dem Weg durch die Landschaften, Städte, in den Hotels, den Zelten, mit den Ureinwohnern…! Ich meine, wer ist es sich gewohnt ein paar Männer zu sehen, die Tierblut trinken und Gedärme so roh es nur geht einfach so verspeisen, die sich mit Speren bekämpfen für eine Frau und Rituale haben, mit denen ein Europäer gar nichts anfangen kann…, es kam einem vor wie im Film.

Als reisegewohnte Frau hat mich das alles dennoch tief berührt und teils mitgenommen und teils auch sehr erschreckt. Am Ende lächelt man über kleinste Probleme bei uns in der Schweiz, wenn man so was erlebt hat.

Ein Satz bleibt für immer: No worries, it’s Ethiopia! …will heissen, die Uhren ticken dort anders (wenn überhaupt) und man weiss nie so Recht ob Dinge klappen und wann genau…!


 

—Hier ist der Spendenlink: www.gostar.ch/bike-tour-durch-athiopien/  weiter zu: Unterstützen sie unsere Biker / Nina Burri—

Stiftungsadresse und Spendenkonti:

Stiftung Schweizer Chirurgen in Äthiopien, c/o Luzerner Kantonsspital, Spitalstrasse 16, Ch-6000 Luzern 16  // contact@gostar.ch

Postkonto: 60-334455-9     IBAN CH62 0900 0000 6033 4455 9

Banque Cantonale du Jura  IBAN CH83 0078 9042 5601 1649 5


 

Presse: alle Berichte sind auch unter “Presse” zu finden

     Humanitäre Bike-Tour in Äthiopien für Gostar 2019    Gostar Projekt Blick_1 Nina Burri: Bike-Tour durch Äthiopien

Eindrücke: